Willst du mit mir gehen? – Wie bewusstes Gehen dein Leben verändert

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„Willst du mit mir gehen?“

 

„Was geht bei dir denn so ab?“

 

„Wohin geht es für dich?“

 

Normalerweise bekommen wir eine der eben genannten Fragen von einem potentiellen Partner, einem vielleicht schon lange verschollenen Schulfreund oder einem weisen Mentor.

 

Heute bezieht sich meine Thematik auch auf das Gehen, allerdings in einem anderen Zusammenhang.

 

Die Frage ist: Benutzen wir unseren Körper wirklich noch für die Aktivitäten, für die er gemacht wurde?

 

Natürlich sind Sport, Joggen, Crossfit und sämtliche andere Aktivitäten stets ein sehr schönes Zeichen dafür, dass wir etwas für uns selbst tun wollen. Die Frage ist: Verpassen wir da noch etwas?

 

Wenn unsere Zielsetzung darin liegt, auch etwas für den Erhalt und die Verbesserung unserer Gesundheit zu tun, dann können wir ein Thema nicht außer Acht lassen: Gehen.

 

In unserer heutigen Welt, in der alles immer schnell GEHEN muss, geht irgendwie keiner mehr.

 

Und ich meine damit: Gehen um zu gehen, nicht um unbedingt irgendwo anzukommen.

 

Ich persönlich finde, dass es eine sehr gute Analogie dafür ist, wie es uns momentan kollektiv in unserem Leben geht:

 

Es muss schnell gehen und wir gehen von einem „Ankunftsort“ zum nächsten, ohne wirklich angekommen zu sein.

 

Wenn wir uns Zeit für uns selbst nehmen „sollen“, dann GEHT das halt einfach nicht.

 

Natürlich sind die biomechanischen Geschehnisse beim Gehen eine nahezu an Wunder grenzende Perfektion – und deswegen belasse ich es auch gerne dabei. Ehrlich gesagt: Haben wir nicht schon so vieles genügend bis ins kleinste Detail auseinandergenommen?

Ich persönlich merke, wie es mir in der heutigen Zeit GEHT. Das große ganze Bild geht allzu oft verloren und wir verlieren uns in oft bedeutungslosen Details.

 

Interessant, dass ich auf diese Thematik in einem Blog-Beitrag über „Gehen“ komme. Im Deutsch-Aufsatz wäre mir sicherlich eine Themaverfehlung angekreidet worden.

 

Allerdings befasse ich mich lieber mit diesem Thema:

Wie es uns WIRKLICH geht.

 

Unsere innerliche rasende Geschwindigkeit können wir mit bewusstem Gehen sehr gut beeinflussen. Wenn wir beispielsweise sanft gehen, als ob wir über dünnes Eis gehen würden, dann breitet sich die Kraftbelastung nicht nur ebenmäßig in alle Gelenke aus, sondern wir setzen auch bewusste Schritte.sand-768783_1920

Dafür müssen wir da sein. Präsent sein. Wenn wir uns Geschichten über Vergangenheit und Zukunft erzählen, dann verpassen wir die Gegenwart und merken, dass irgendwas nicht stimmt.

Also bewusste Schritte.

 

Somit bekommen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft auch weniger orthopädische oder emotionale Verletzungen bzw. Blockaden.

 

Das Gehen hat mich auf meiner Entwicklung stets begleitet, denn es ist etwas, das uns die Möglichkeit der Zeit für uns selbst zurückgibt – 4yourSELF eben.

 

Bewusst gehen.

 

Das bewusste und achtsame Gehen gibt uns die Freiheit, unseren Lebensweg da zu genießen, wo er gerade ist. Wir identifizieren uns dadurch nicht mehr mit dem ständigen fixiert sein auf „endlich dort an dem Punkt in der Zukunft ankommen“ und lassen auch von der Sucht des „Festhaltens an der Vergangenheit“ los.

 

Es bringt uns wahrhaftig immer wieder zurück zu dem jetzigen Moment, aus dem unser ganzes Leben zu bestehen scheint.

 

„Wie geht es mir?“

 

„Wie geht es mir wirklich?“

 

„Mit welcher Geschwindigkeit gehe ich meinen Lebensweg?“

 

Stell dir diese Fragen auf einem langen Spaziergang.

 

Zusätzlich zu all den Übungen in „Präsenz“ haben wir noch weitere erstklassige Optionen, die wir mit unserem Spaziergang kombinieren können:

 

Wir können uns Podcasts und Audios auf unseren Spaziergängen anhören, um uns innerlich weiterzuentwickeln und mehr zu der Version von uns selbst zu werden, wo unser Herz klarer in all unseren Taten vertreten ist.

 

Wir können mit einem lieben Menschen diesen Weg gehen. Ein Mensch, der auch erkannt hat, dass er selbst für seinen Lebensweg verantwortlich ist. Dabei können tiefe Unterhaltungen stattfinden.

„Big talk“ im Gegensatz zu „small talk“.

 

Könnten wir auch unseren Schrittzähler oder das Fitnessarmband mitnehmen?

 

Ja, natürlich.

 

Meine Frage an dich dabei ist nur: Aus welchem Motiv? Warum brauchst du das?

 

Ich sage damit nicht, dass diese Dinge schlecht sind oder keinen Wert haben.

 

Allerdings geht es doch genau darum: Wieder mehr zu tun, weil wir es für uns selbst tun – nicht für unseren Kalorienzähler.

 

Wenn wir diese Einheit aus dem Zielort und dem Weg dorthin erkennen, dann hören wir auf, unseren oft so überzeugungskräftigen Hirngespinsten nachzurennen.

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Warum kann es dir jetzt nicht gut gehen?

 

Was brauchst du noch, damit du glücklich sein kannst?

 

Glaubst du, dass du automatisch glücklich bist, wenn nichts mehr schief GEHT?

 

Um auch wieder auf die körperliche Komponente einzugehen: 60 oder 30 Minuten täglich zu gehen ist eine großartige Methode, um den Körper wieder neu zu konditionieren.

 

Neue Einflüsse zu setzen.

 

Egal, ob wir athletisch oder übergewichtig sind: Wir sind alle Menschen und profitieren von regelmäßigem Gehen.

 

Zudem kannst du den Schwierigkeitsgrad erhöhen, indem du beispielsweise barfuß gehst. Vor allem über Steine ist dies eine sehr große Herausforderung, die die kleinen Stabilisatoren-Muskeln in unserem Fuß und gesamten Körper wieder fordern.

 

Und plötzlich merken wir wieder, was es heißt, anmutig und sanft zu gehen. Mit integraler Spannung im gesamten Körper. Nicht unbedingt Anspannung.

 

Eher Integrität.

 

Somit lernen wir, dass wir körperliche Phänomene und Geschehnisse nicht wirklich von dem trennen können, was wir denken und fühlen.

 

Das bewusste Leben setzt sich auf all unsere Erlebnisebenen fort.

 

Geh deinen eigenen Weg.

 

Du weißt schon, dass du riskierst, einer von den „Komischen“ zu sein?

 

Wenn du bis hierher gelesen hast, dann bist du mehr, als nur interessiert. Dich spricht etwas an und vielleicht kannst du es auch gar nicht recht benennen – und das musst du auch nicht.

 

Du bist dabei, deinen eigenen Weg zu gehen. Irgendwie wusstest du es schon immer oder?

 

Du kannst so tun, als ob du die Normen und vorher bereits beschrittenen Wege der Gesellschaft als deine Begrenzungen siehst. Innerlich weißt du allerdings, dass das „zu weit geht“.

 

Es muss nicht die Rebellion sein.

 

Allerdings innerlich neue Wege zu gehen.

 

Neue Pfade zu beschreiten.

 

Damit beginnt alles.

 

Hiermit lade ich dich also zum Spazieren gehen ein.

 

Und das wirklich mal bewusst.

 

Alleine.

 

Ohne Ablenkung.

 

Es wird dir sehr gut dabei gehen.

 

Dein Matthias

2 Comments on “Willst du mit mir gehen? – Wie bewusstes Gehen dein Leben verändert”

  1. Sehr schön und völlig wahr geschrieben. . Es macht Spaß das zu lesen.
    Danke dir für den Text.

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