Warum habe ich Schmerzen? – 4yourSELF Blog

Frei von Schmerzen

Schmerzen sind so eine Sache.

 

Keiner außer uns selber kann sie spüren. Wirklich messbar sind sie auch nicht.

Aber wir selbst wissen oft nur zu gut, wie REAL sie sind. Manchmal werden wir auch als bekloppt abgestempelt („alles nur in ihrem Kopf“), weil niemand unsere Schmerzen beweisen oder nachvollziehen kann.

 

Allerdings wissen wir, oder eher SPÜREN WIR, dass mit Schmerzen unser Leben nicht so lebenswert ist.

 

DU der du gerade dieses Zeilen liest – mit großer Wahrscheinlichkeit hattest du schon mal irgendeine Art von Schmerzen.

Erinnere dich zurück.

Warum waren diese Schmerzen damals da?

Vielleicht hast du auch jetzt in diesem Moment Schmerzen.

Könnte es nur rein theoretisch sein, dass diese Schmerzen aus einem Grund da sind?

 

Und zwar nicht aus dem Grund, mit Ibuprofen und Diclofenac unterdrückt und betäubt zu werden.

Oder trotz fehlender radiologischer Beweise einfach blind etwas in der Schmerzregion herauszuschneiden, wegzulasern oder zu zertrümmern.

 

Wenn wir mal so darüber nachdenken, dann macht es einfach keinen Sinn.

 

Der Schmerz ist kein ungebetener Gast, dessen einzige Bestimmung ist, wieder „gegangen zu werden“.

 

Er ist ein Botschafter.

Ein Lehrer.

Du kennst sicherlich Geschichten oder Filme, wo einem König von einem Botschafter eine Nachricht überbracht wird. Weil diese Botschaft allerdings keine angenehme für den König ist, lässt der den Botschafter einsperrend oder gar exekutieren.

Schmerzen

Genau das tun wir auch.

 

Unsere moderne Wissenschaft erkennt diese tiefere Dimension leider nicht an, da sie nicht „messbar“ ist.

Eigentlich ist sie sehr gut messbar, aber eben nicht mit unseren fünf Sinnen.

W-Lan Signale können wir weder hören, sehen, riechen, schmecken oder fühlen – und trotzdem sind sie da.

 

Die Schmerzen sind also nicht nur „in unserem Kopf“. Es ist etwas sehr reales, das nur subjektiv im Individuum und nicht objektiv gemessen werden kann.

Was wollen sie uns also sagen, die Schmerzen?

 

Auf gut Deutsch sagen sie: „Wenn du einen Ziegelstein auf deinen Fuß fallen lässt, dann tut es weh!“

Er weist uns darauf hin, bewusster zu handeln.

Und nicht nur zu handeln.

Sondern auch bewusster zu denken, zu fühlen, zu leben und vor allem: BEWUSSTER ZU SEIN.

 

Die Schmerzen weisen uns auf Bereiche hin, mit denen wir bewusster umgehen dürfen.

 

Es ist eine Erinnerung:

„Hallo?! Jemand zuhause in dem Fleischsack?!“

„Ist da noch Leben drin?“

„Spürst du überhaupt noch, dass du am Leben bist?“

 

Schmerzen sind ein Geschenk mit falschem Schnauzbart – mit einer Verkleidung.

Er sagt: „Stopp! Wenn du so weitermachst, dann geht bald etwas unwiderruflich kaputt!“

 

Ist es nicht schön, dass wir diesen Hinweis bekommen? Auch, wenn es natürlich zuerst nicht mit Freudenschreien verbunden ist.

 

Daher dürfen wir unseren übermäßigen Einsatz von Schmerzmedikamenten und unsere „mach mir die Schmerzen weg“-Einstellung überdenken.

Schmerzen

Auch hier nochmal die berühmte Aussage: „No Pain, No Gain“ im Vergleich zum bewussten Umgang mit unserem „Schmerzlehrer“.

Wenn wir Schmerzen hinterherjagen und eine Sucht aus unserem permanenten Drang nach „Weiterentwicklung“ und „Wachstum“ machen, dann werden wir leiden.

 

Denn wir wählen uns das Leiden mit der „No Pain No Gain“-Einstellung willentlich zum Leidenden. Wir propagieren und verherrlichen das Vorenthalten von Liebe und Zuneigung für uns selbst.

Vor allem in militärischen Umgebungen wird diese übermäßige Härte uns selbst gegenüber glorifiziert.
Allerdings nur, um dann mit solchen „irrationalen“ und „schwachen“ „Ausgleich-Versuchen“ wie übermäßigem Alkoholkonsum und Dingen wie Sex gekontert zu werden.

Diese Einstellung funktioniert also langfristig für ein lebendiges, frohes und glückliches Leben… NICHT.

Schmerzen

Abschließend ist die Frage aller Fragen:

 

Was ist überhaupt schmerzhaft?

 

Was ist nicht schmerzhaft?

 

Ist ein Willkommen nicht auch schmerzhaft, weil es den Abschied miteinschließt?

 

Ist ein Unfall schmerzhaft, auch wenn er uns aus unserem in der Gewohnheit erdrückten Leben etwas Freiheit zum Atmen und Dankbar-Sein für „noch am Leben sein“ schenkt???

 

Das Leben ist Schmerz und Befriedigung.

 

Es ist all das.

 

Und zugleich mehr als all das.

 

Danke Schmerzen.

 

Ohne euch würde ich das Leben nicht kennen.

 

Matthias Vogg

 

4yourSELF

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