Matthias Vogg Behandlung: “Ich weiß nicht genau, was du mit mir machst, aber danach fühle ich mich wirklich erleichtert"

Eine der erfüllendsten Erfahrungen für mich als Therapeut ist, wenn es einem Patienten richtig gut nach meiner Behandlung geht. Und nicht nur das, sondern er (ist jetzt synonym für weiblich und männlich) auch versteht, mit welchen Verhaltensmustern er sich immer wieder in seine Problematik hineinmanövriert. Dabei ist es besonders entlohnend, wenn der Patient auch noch erkennt, wie elementar das eigene Leben beeinflusst wird, wenn wir auf seine mental-emotionalen Blockadezustände in der Behandlung eingehen.

Eine Patientin berichtete mir, dass sie nicht “wirklich genau weiß, was ich mit ihr mache”, aber dass sie sich nach der Behandlung und den Tag danach so frei und erleichtert fühlt. Ich mache dabei nichts magisches, ich spreche lediglich Themen an, die aus Erfahrung in meinem eigenen Leben einen großen Einfluss haben. Natürlich ist damit verbunden auch eine Behandlung des Körpers, da sich innerliche und äußerliche Spannungszustände gegenseitig bedingen – deshalb kommen die Menschen ja ursprünglich zum Physiotherapeuten.

Allerdings gilt es auch, Vorsicht walten zu lassen. Nicht jeder Mensch/Patient ist bereit, diesen Dingen innerlich entgegenzutreten und ihnen ins Auge zu sehen. Tatsächlich tun wir als Menschen alles, um vor diesen “innerlichen Dämonen” wegzurennen – besonders dann, wenn wir denken, wir hätten sie “unter Kontrolle” oder hätten “es verarbeitet”. Wir sind alle bis zu einem gewissen Grad innerlich zerbrochen. Daher ist es als Therapeut eine stetige Herausforderung, seinen eigenen Weg bewusst zu gehen und sich seinen Schmerz anzunehmen und ihn sich zueigen zu machen.

Denn wenn ich manchmal die komplexen Situationen aus dem Leben so mancher Menschen höre, dann weiß ich zuerst einmal gar nichts. Ich weiß nicht, was dieser Person hilft. Ich kann ihr auch nicht sagen, was sie machen muss, um ihre Probleme loszuwerden. Genau darin liegt schon das erste und einzige Problem: Das die Situation als Problem gesehen wird, dass irgendwas nicht richtig ist, nicht annehmbar ist. Es gilt zuerst zu erkennen, dass es existenziell kein Problem gibt, dass das Konzept von “Problem” eine mentale Illusion ist. Denn just in diesem Moment, jetzt gerade, da ist kein Problem, da ist kein Urteil. Nur unser Geist fällt dieses Urteil dann.

Ja, in den Schritten danach gilt es, durch einen soliden moralischen Kodex “Probleme zu lösen”. Allerdings übersehen wir alle diesen essentiellen “Schritt” davor und so kommen wir aus dem Problemlösen nicht mehr raus und vergessen zu leben.

Zurück zu der Patientin. Was habe ich gemacht, von dem sie nicht genau weiß, was ich eigentlich mit ihr gemacht habe? Nun, ich habe mich innerlich geöffnet und von dem gesprochen, was mein Leben schwer macht. Allerdings ist dabei ein feiner Unterschied dazu, seinem Patienten etwas vorzujammern. Es geht eher darum, dem Patienten zu zeigen, dass er mit seinem Leiden nicht alleine ist und dann einfühlend-verkörpert von meinen Erfahrungen zu sprechen. Als Angebot, als Geschenk – nicht als Rat-Schlag. Diese Geschenk steht für sich und der andere darf es nehmen oder nicht, denn es gibt in diesen Situationen keinen “Blueprint”, kein “Best Case Scenario”.

Auf jeden Fall insgesamt gesagt: Es ist immens erfüllend, wenn mir ein Patient sagt, dass meine Arbeit ihm gut tut und er auch oft an meine Worte denken muss, weil sie einen befreienden Effekt in seinem Leben haben.

Herrlich. Diese Erfüllung ist nicht mit Geld aufzuwiegen.

Ich bin dankbar für meine Arbeit.

Matthias

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