Es gibt kein richtiges Leben im Falschen

Ist dir warm genug?

Sitzt du bequem?

Gut.

Bist du glücklich?

Nein? Oh, dann mach´s dir doch noch gemütlicher!

 

Denn ich habe heute einen Text für dich, der dir dabei helfen wird, dein Leben in die Hand zu nehmen.

Die alte Frau sitzt leblos da.

Kein Finger rührt sich an ihr. Auf ihrem Gesicht steht ein Ausdruck der Leere.

„Beweg dich, du wirst sonst irgendwann nicht mehr laufen können…“ wurde ihr von wohlwollenden Verwandten gesagt. Doch sie hatte immer nur gelacht. Sie wollte es gemütlich haben. Ihr Alltag bestand aus Fernsehen, Essen und Schlafen. Fernsehen, Essen und Schlafen. Fernsehen, Essen und Schlafen…

Selbst mit über 80 Jahren ist sie immer noch relativ gesund. Doch was erlebt sie? Was hat sie die letzten 20 Jahre erlebt? War etwas aufregendes, neues und abenteuerliches dabei? Meist glich jeder Tag dem Vorherigen. Man sei ja schließlich schon alt. Man müsse sich schonen. Und so schaut sie fern, isst Kuchen und wartet auf Besuch…

Die Stunden, Tage und Jahre verschwimmen.

Heute betrachtet sie die Welt aus gläsernen Augen und spricht wirre Worte.

Heute kann sie nichts mehr von dem tun, was ihr irgendwann einmal Freude bereitet hat. Sie versteht nichts mehr und kann kaum mehr an ihrem eigenen Leben teilhaben.

Ein Mensch, der sich selbst nicht fordert, baut ab. Körper und Geist sind nur so stark, wie sie sein müssen. Und wenn der Mensch sich nichts Neuem mehr aussetzen will, beim Alten bleibt und in “Sicherheit” leben möchte, dann verliert er nach und nach all seine Fähigkeiten und seine Widerstandsfähigkeit.

Manch einer lebt im selbst geschaffenen Gefängnis. Im Gefängnis der Komfortzone.

Im warmen Zuhause. Eingewickelt von Plastik, Fernsehen und künstlichen Beziehungen.

Ich frage dich: Bedeutet das Leben?

Aber es beginnt ja schon in der Jugend.

Szenenwechsel: Klassenzimmer. Die Jugend glotzt abwesend in ihre flimmernden Handy-Kästchen.

„Ey lass das Fenster zu, is voll kalt.“

Der Raum ist stickig, 25 Schüler, seit 3 Stunden bei laufender Heizung. Selbst die Tafel würde sich einmal über frische Luft freuen. Doch eher würden die meisten darin ersticken, als nur für ein paar Momente von einem unangenehmen Reiz aus ihrer selbstgeschaffenen Trance aufzuwachen.

Denn dann wird es ja kurz kalt. Und kalt ist anstrengend.

Besteht das Leben daraus? Immer das Ungemütliche meiden, um ja nicht einmal die bekannten Wege des Alltagstrotts zu verlassen und sich auf ungeahnten, spannenden, neuen Wegen zu befinden?

Der Mensch ist von Natur aus ein Energiesparer. Unser Gehirn will uns vor Gefahr schützen und allem, was zusätzliche Energie kostet. Der Weg des geringsten Widerstands – im Bezug darauf, ob wir den gewohnten Weg weitergehen oder uns mit unserer innerlichen Machete einen neuen Pfad durch das Dickicht schlagen – er ist unser Todesurteil.

 

Es war noch nie so leicht, wie heutzutage, gänzlich unbewusst, bequem und ohne Herausforderungen zu leben.

Alles ist einfach, ohne Aufwand und sofort zu haben – für den, der das Spiel einfach brav mitspielt.

Der bewusste Mensch hingegen kann sich diese Bequemlichkeit zunutze machen und sieht den Wert darin. Er freut sich darüber, dass er sein Essen nicht selbst erlegen und keine Sorgen darüber haben muss, dass er in der Nacht von einem Tiger gefressen wird. Er nutzt die Vorzüge des Supermarkts und seines Hauses intelligent.

Denn er weiß genau, dass er sich selbst immer wieder bewusst fordern muss, um einen Ausgleich zu schaffen. Er hält sich selbst fit, fokussiert und aufmerksam. Denn er hat einen Traum, eine Vision, ein höheres Ziel für sein Leben.

Er liebt sein Leben und lebt es dadurch in all seinen Facetten.

Dem Menschen, der nur auf Autopilot lebt, kann keiner helfen, außer er selbst. Umso mehr er seinen Körper und seinen Geist ungenutzt lässt, desto schneller schleichen sich Krankheit und Unzufriedenheit ein.

Unsere Erfüllung kommt schlussendlich aus der umfassenden Liebe zu etwas, dass uns wirklich erfüllt.

Diese Liebe bringt uns in Bewegung, gibt uns Kraft, zeigt uns unseren Mut, ermöglicht uns ein tiefgehendes Gefühlserlebnis und bekräftigt unsere Taten.

Entdecke die Liebe für dein Leben und du wirst nie mehr zurückschauen.

 

Marcel

Dieser Text war ein Gastbeitrag von Marcel Walden, unterstützt von Matthias Vogg. Wenn auch du gerne eine Plattform hättest, wo du deine Texte mit anderen Menschen teilen kannst, dann schicke mir einfach eine Email an Matthias@4yourSELF.de.

One Comment on “Es gibt kein richtiges Leben im Falschen”

  1. Das ist mal wunderschön beschrieben und stimmt perfekt. Es bleibt nichts hinzuzufügen. Oder doch: Ihr habt vergessen, dass man dabei ein komisches Tier, ein Mischwesen besiegen muss: den Schweine-Hund…;))
    Liebe Grüße Thomas

Kommentar verfassen